Wichtigste Erkenntnisse
- Mit dem deutschen Ausbildungsvisum (§ 16a) kann Ihr Unternehmen Nicht-EU-Bürger über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren einstellen und ausbilden und so eine loyale, unternehmensspezifische Belegschaft in Berufen aufbauen, in denen es zunehmend an Fachkräften mangelt.
- Zunächst einmal muss der Arbeitgeber die Voraussetzungen erfüllen: Ihre Einrichtung muss von der IHK oder der HWK anerkannt sein, und Sie benötigen einen strukturierten Ausbildungsplan, bevor das Visum ausgestellt wird.
- Deutschkenntnisse auf B1-Niveau sind die Standardanforderung; beginnen Sie frühzeitig mit der sprachlichen Vorbereitung, um zu vermeiden, dass dies beim Botschaftsgespräch zum Ausschlusskriterium wird.
- Auszubildende erhalten ein steigendes monatliches Stipendium (800–1.400 Euro, je nach Ausbildungsjahr und Berufsfeld); sollte dieses unter etwa 950–1.000 Euro fallen, ist ein Sperrkonto oder eine Verpflichtungserklärung Ihres Unternehmens erforderlich.
- Nach Abschluss der Ausbildung kann Ihr Mitarbeiter direkt ein „Section 18a“-Visum für Fachkräfte beantragen – der schnellste Weg zu einer Vollzeitbeschäftigung für einen Mitarbeiter, in den Sie bereits investiert haben.
Der Fachkräftemangel in Deutschland ist für Personalabteilungen in den Bereichen Bauwesen, Fertigung, Gesundheitswesen und Logistik tagtäglich Realität. Das traditionelle Rekrutierungsmodell, bei dem man bereits ausgebildete Fachkräfte sucht, wird in Branchen, in denen der Fachkräftepool von Jahr zu Jahr schrumpft, zunehmend unhaltbar.
Das deutsche Ausbildungsvisum (§ 16a AufenthG) bietet einen anderen Ansatz:
- motivierte Bewerber aus Nicht-EU-Ländern einstellen,
- sie genau nach den Standards Ihres Unternehmens schulen,
- und sie als qualifizierte, loyale Fachkräfte an uns zu binden.
Für Personalverantwortliche, die sich mit der langfristigen Personalplanung befassen, ist dies nicht nur eine Visumskategorie, sondern eine Talentstrategie.
Dieser Leitfaden behandelt alles, was Ihr Unternehmen für eine erfolgreiche Durchführung benötigt: Teilnahmebedingungen, die Checkliste für Arbeitgeber, die einzelnen Schritte des Verfahrens, Kosten, Einhaltung der Vorschriften und die weiteren Schritte nach Abschluss der Ausbildung. Das gesamte Leistungsangebot von Jobbatical zu diesem Programm finden Sie auf der Serviceseite zum Ausbildungsvisum für Deutschland.
Was ist das Ausbildungsvisum und für wen ist es gedacht?
- Das Ausbildungsvisum (§ 16a des Aufenthaltsgesetzes) ermöglicht es Nicht-EU-Bürgern, nach Deutschland einzureisen und eine duale Berufsausbildung zu absolvieren.
- Das duale System verbindet die praktische Ausbildung am Arbeitsplatz in Ihrem Unternehmen (3–4 Tage pro Woche) mit dem theoretischen Unterricht an einer Berufsschule (1–2 Tage pro Woche).
- Die Ausbildungsgänge dauern in der Regel zwei bis drei Jahre, je nach Berufsfeld.
- Nach Abschluss der Ausbildung erhält Ihr Auszubildender einen national und EU-weit anerkannten Abschluss sowie ein IHK- oder HWK-Zeugnis und wechselt in der Regel im Rahmen eines Fachkräftevisums (Paragraf 18a) in ein Vollzeitbeschäftigungsverhältnis bei Ihnen.
Dieses Visum ist für handwerkliche und technische Berufe gedacht, in denen es besonders schwierig ist, qualifizierte Fachkräfte zu finden:
- Bauwesen: Maurer, Zimmerleute, Maler, Straßenbauer
- Technische Berufe: Elektriker, Kfz-Mechaniker, Mechatroniker
- Logistik: Lagerfachkräfte, Logistikkoordinatoren
- Gastgewerbe: Köche, Bäcker, Hotelfachleute
- Gesundheitswesen: Pflegehelfer, Zahnarzthelfer (für den Bereich Gesundheitswesen sind Deutschkenntnisse auf B2-Niveau erforderlich)
Sie sind sich nicht sicher, ob eine Ausbildung der richtige Weg für Ihre offene Stelle ist oder ob ein Bewerber mit einer bestehenden Qualifikation besser unter § 18a fällt?
Nutzen Sie die Überprüfung von Jobbatical bezüglich Einreise- und Arbeitserlaubnis für Deutschland, um den richtigen Weg zu finden, bevor Sie Zeit in den Prozess investieren.
Das strategische Argument für die Personalabteilung: Von der Einstellung bis zur Mitarbeiterförderung
Der Ausbildungsweg verändert Ihr Rekrutierungsmodell auf eine Weise, die in Berufen mit Fachkräftemangel entscheidend ist. Anstatt um denselben kleinen Pool an erfahrenen lokalen Fachkräften zu konkurrieren, bilden Sie Ihren eigenen aus. In der Praxis bedeutet das:
Ehrlich gesagt warten die meisten Unternehmen zu lange, bevor sie diesen Prozess in Angriff nehmen. Sechs Monate sind die Mindestvorlaufzeit, die Sie von der Vertragsunterzeichnung bis zum ersten Arbeitstag einplanen sollten, und zwölf Monate sind sicherer, wenn Sie sich zusätzlich um die Anerkennung von Qualifikationen kümmern müssen.
Teilnahmebedingungen: Was Ihr Kandidat mitbringen muss
Ausbildungsvisum, Zulassungsvoraussetzungen
Die Checkliste zur Einhaltung der Arbeitsrechtsvorschriften
Die Einstellung eines internationalen Auszubildenden erfordert einen anderen administrativen Ansatz als die Einstellung eines einheimischen Mitarbeiters. Bevor ein Visumantrag gestellt werden kann, muss Ihr Unternehmen folgende Unterlagen bereitstellen:
Bewerbungsverfahren: Schritt für Schritt
Ausbildungsvisum, Ablaufübersicht
Möchten Sie den Prozess beschleunigen? Das Beschleunigte Fachkräfteverfahren kann die behördliche Bearbeitungszeit erheblich verkürzen, setzt jedoch voraus, dass Ihr Unternehmen den Antrag bei der Ausländerbehörde stellt und eine Gebühr in Höhe von 411 € entrichtet.
Die Sprachbarriere: Ihr größtes praktisches Risiko
Deutschkenntnisse auf B1-Niveau sind der häufigste Grund, warum gute Ausbildungskandidaten bereits beim Visuminterview scheitern. Die Lösung ist einfach, erfordert jedoch frühzeitiges Handeln.
- Viele Unternehmen führen mittlerweile eine Vorbereitungsphase durch: Den Bewerbern werden 6 bis 12 Monate vor dem geplanten Arbeitsbeginn Sprachgutscheine ausgestellt, um sicherzustellen, dass sie das Niveau B1 oder höher bereits lange vor dem Termin bei der Botschaft erreichen.
- Dieser Ansatz wird von Unternehmen mit hohen Bewilligungsquoten bei Ausbildungsvisa konsequent angewendet.
- Warten Sie nicht auf den perfekten Kandidaten, um dann zu spät festzustellen, dass es Sprachbarrieren gibt.
- Für Berufe im Gesundheitswesen, die das Niveau B2 erfordern, gilt dieselbe Logik, allerdings mit einem längeren Vorbereitungszeitraum; in der Regel sind 12 bis 18 Monate Sprachunterricht vom Niveau A2 bis B2 realistisch.
Integration während der Ausbildung: Warum sie sich auf die Mitarbeiterbindung auswirkt
Die Entsendung eines 19-Jährigen aus Brasilien oder Vietnam für eine Ausbildung zum Klempner ist etwas ganz anderes als die Entsendung eines erfahrenen Softwareentwicklers. Die Eingewöhnungsphase ist entscheidend, und genau hier investieren viele Unternehmen zu wenig
- Wohnsituation: Die Wohnungssuche in Deutschland, insbesondere in städtischen Gebieten, ist sehr schwierig. Unternehmen, die ein Startzimmer oder eine Unterkunftspartnerschaft anbieten, verzeichnen höhere Visa-Genehmigungsquoten und weniger Abbrüche in der Anfangsphase. Außerdem kommt das Verfahren zur Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung zum Stillstand, wenn ein Praktikant keine gemeldete Adresse (Anmeldung) nachweisen kann.
- Hilfe bei Behördengängen: Anmeldung (bei der Stadt), Eröffnung eines Bankkontos, Anmeldung bei der Krankenkasse – all das muss in den ersten zwei Wochen erledigt werden.
- Die Bereitstellung einer strukturierten Checkliste für die Einarbeitung oder die Vermittlung eines Umzugsbetreuers an Ihren neuen Mitarbeiter beseitigt Hindernisse, was dazu beitragen kann, die Abbruchquote zu senken.
Die Einrichtungsdienste von Jobbatical in Deutschland kümmern sich um die Logistik bei der Ankunft, sodass sich Ihr Team auf die Schulung konzentrieren kann und nicht auf den Papierkram.
Stipendium und Kosten: Was Sie einplanen sollten
Praktikumsvergütung nach Jahr (übliche Spannen)
Weitere Kosten, die zu berücksichtigen sind
Nach der Ausbildung: Der Übergang gemäß § 18a
Das Ausbildungsvisum ist so konzipiert, dass es mit einer Anstellung endet. Sobald Ihr Auszubildender die abschließende IHK- oder HWK-Prüfung bestanden hat, ist der Übergang zu einem Fachkräftevisum (§ 18a AufenthG) der logische nächste Schritt – und genau hier zahlt sich Ihre Investition aus.
Zu diesem Zeitpunkt verfügen sie über einen in Deutschland anerkannten Abschluss, sprechen die Sprache, kennen Ihre Abläufe und sind bereits in Ihr Team integriert. In einem Markt, in dem sich die Wettbewerber um denselben schrumpfenden lokalen Talentpool streiten, ist das ein echter Wettbewerbsvorteil.
Zusammenfassung des Weiterbildungswegs
Für Mitarbeiter, die sich bereits im Ausland befinden, über eine berufliche Qualifikation verfügen und sofort einsatzbereit sind – also keine Ausbildung benötigen –, stellt § 18a einen Weg zur direkten Einstellung dar, der den vorherigen Abschluss einer Ausbildung nicht erfordert. Lesen Sie den Arbeitgeberleitfaden zum deutschen Fachkräftevisum, um diesen Weg vollständig zu verstehen.
Wie Jobbatical das Visumverfahren für die Ausbildung abwickelt
Jobbatical kümmert sich um den gesamten Ablauf der Einwanderungsformalitäten – von der Vorbereitung der Unterlagen über die Koordination der Anerkennung bis hin zur Nachverfolgung bei den Botschaften und der Organisation der Einreise – während sich Ihre Personalabteilung auf das Wesentliche konzentrieren kann: den Aufbau einer Mentorenbeziehung, die aus einem Praktikanten einen langfristigen Mitarbeiter macht.
Wenn Sie mehrere Ausbildungsfälle bearbeiten, bietet Ihnen die Plattform von Jobbatical zur Verwaltung von Einwanderungsfällen an einem Ort einen vollständigen Überblick über alle laufenden Fälle und die einzuhaltenden Fristen.
Haftungsausschluss: Die Einreisebestimmungen ändern sich häufig; bitte informieren Sie sich bei offiziellen Stellen oder kontaktieren Sie uns, um die aktuellsten Informationen zu erhalten, bevor Sie Entscheidungen treffen.



