Für Global-Mobility-Teams und Personalverantwortliche bedeutet die Versetzung oder Entsendung von Mitarbeitern in das Königreich Saudi-Arabien (KSA) mehr als nur die Beschaffung eines Einladungsschreibens. Seit 2024 und bis einschließlich 2026 hat die saudische Regierung die obligatorische Krankenversicherung streng in das Verfahren zur Erteilung von Visa integriert.
Für das Risikomanagement ist es entscheidend, die Unterschiede zwischen der obligatorischen, von der CCHI genehmigten Versicherung (die automatisch mit dem Visum verbunden ist) und der zusätzlichen Geschäftsreiseversicherung zu verstehen. Dieser Leitfaden vergleicht Deckungsumfang, Kosten und Compliance-Anforderungen, um Ihnen dabei zu helfen, Ihre Mitarbeiter zu schützen.
1. Das KSA-Krankenversicherungspflichten verstehen
In Saudi-Arabien ist die Krankenversicherung keine optionale Zusatzleistung, sondern eine gesetzliche Voraussetzung für die Erteilung eines Geschäfts- oder Besuchervisums. Dieses System wird vom Rat für Krankenversicherung (CHI), früher bekannt als CCHI, geregelt.
Die Rolle von CCHI
Die CHI regelt, welche Versicherungsgesellschaften berechtigt sind, Versicherungsschutz innerhalb des Königreichs anzubieten. Wenn ein HR-Team über das Portal des Außenministeriums (MoFA) ein saudisches Geschäftsvisum beantragt, weist das System automatisch eine Police aus einem Pool akkreditierter Anbieter zu.
Hinweis der Personalabteilung: Sie können die mit dem eVisa oder dem Geschäftsvisum verbundene Pflichtversicherung nicht ablehnen. Die Grunddeckungssummen entsprechen jedoch möglicherweise nicht den Sorgfaltspflichten Ihres Unternehmens.
2. Pflichtversicherung vs. Zusatzversicherung: Ein direkter Vergleich
Die von der Regierung vorgeschriebene Versicherung ermöglicht zwar die Einreise in das Land, handelt sich jedoch oft um eine „absolut minimale“ Krankenversicherung. Die meisten multinationalen Unternehmen entscheiden sich für eine Zusatzversicherung, um die Lücken zu schließen.
Vergleichstabelle: Deckungsbenchmarks
KSA eVisa Krankenversicherungsanforderungen (2026)
Ab Anfang 2026 müssen Krankenversicherungen gemäß den Anforderungen für das KSA eVisa Folgendes abdecken:
- Notfallmedizinische Behandlung bis zu 100.000 SAR.
- Rückführung von sterblichen Überresten bis zu 10.000 SAR.
- COVID-19-bezogene Versorgung (einschließlich Quarantänekosten, falls erforderlich).
3. Die besten von CCHI zugelassenen Versicherungsanbieter
Bei der Verlängerung eines Visums oder der Beantragung eines Geschäftsvisums, das kein eVisa ist, müssen Sie möglicherweise einen Anbieter auswählen. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten von CCHI zugelassenenVersicherungsanbieter für saudische Geschäftsvisa:
- Tawuniya: Eines der größten und zuverlässigsten Netzwerke im Königreich.
- Bupa Arabia: Bekannt für erstklassigen Service und umfassende Krankenhausversorgung in Riad und Dschidda.
- Medgulf: Wird häufig für die Verlängerung von Besuchervisa und befristeten Arbeitsgenehmigungen verwendet.
- AXA (GIG Gulf): Aufgrund ihrer globalen Präsenz eine beliebte Wahl für internationale Unternehmen.
4. Kostenanalyse für die Personalbudgetierung
Die Budgetierung für einen Umzug oder eine Geschäftsreise erfordert ein Verständnis der gesamten „Landed Costs“ eines Visums.
- Obligatorische Versicherungsgebühr: Liegt in der Regel zwischen 180 und 500 SAR (48 bis 133 USD), abhängig vom Alter des Reisenden und der Dauer des Visums. Diese Gebühr wird bei der Beantragung beim Außenministerium entrichtet.
- Gesamtkosten für das Geschäftsvisum: Einschließlich Versicherung, Gebühren des Außenministeriums und Servicegebühren sollten Sie für ein standardmäßiges 1-Jahres-Geschäftsvisum für mehrfache Einreisen mit 800 bis 2.000 SAR pro Mitarbeiter rechnen.
5. Risikomanagement: Warum „obligatorisch“ nicht immer „ausreichend“ ist
Für einen Personalmanager weist das von der Regierung angebotene Geschäftsvisum für Saudi-Arabien mehrere Schwachstellen auf:
Das Risiko des Remote-Projekts
Wenn Ihre Mitarbeiter Gigaprojekte wie NEOM oder The Red Sea besuchen, befinden sie sich an abgelegenen Orten. Die vorgeschriebene Obergrenze von 100.000 SAR kann durch einen einzigen Tag Intensivpflege oder einen medizinischen Notfalltransport über große Entfernungen schnell ausgeschöpft sein.
Die Haftungslücke
Die Pflichtversicherung deckt weder die persönliche Haftpflicht noch Rechtsbeistand ab. Wenn ein Mitarbeiter in einen Verkehrsunfall verwickelt ist – was in Saudi-Arabien häufig vorkommt –, bietet eine zusätzliche Geschäftsreiseversicherung den Rechtsschutz und die Haftpflichtdeckung, die in der CCHI-Police fehlen.
Schlussfolgerung
Bei der Verwaltung von Reiseversicherungen für saudische Geschäftsvisa geht es darum, die Einhaltung der Sorgfaltspflicht zu gewährleisten. Die obligatorische, von der CCHI genehmigte Versicherung erfüllt zwar die gesetzlichen Einreisebestimmungen, weist jedoch häufig erhebliche Lücken hinsichtlich der medizinischen Leistungen und reisebezogenen Risiken auf.
Für Global-Mobility-Teams besteht der „Goldstandard“ darin, das Visumsystem die obligatorischen Richtlinien für Compliance-Zwecke ausstellen zu lassen und gleichzeitig eine umfassende globale Geschäftsreisepolitik zum Schutz der Mitarbeiter und der Vermögenswerte des Unternehmens aufrechtzuerhalten.





