Für Global-Mobility-Teams und Personalverantwortliche ist die Entsendung von Fachkräften nach Saudi-Arabien (KSA) zu einer Frage der digitalen Präzision geworden. Während das Königreich in die letzte Phase seiner Transformation im Rahmen der Vision 2030 eintritt, hat das saudische Außenministerium (MOFA) seine Überprüfungsprozesse zunehmend automatisiert.
Zu den wichtigsten, aber oft missverstandenen Komponenten eines erfolgreichen Visumantrags gehört der Nachweis der finanziellen Solvenz. Insbesondere der Kontoauszug für das Geschäftsvisum für Saudi-Arabien dient als primärer Nachweis dafür, dass ein besuchender Fachmann oder Führungskraft über die Liquidität verfügt, um seinen Aufenthalt ohne Rückgriff auf eine lokale Beschäftigung zu finanzieren.
In diesem Leitfaden erläutern wir die Compliance-Standards für Kontoauszüge, Mindestguthaben und das neue digitale Verifizierungssystem „Visa by Profile“ für das Jahr 2026.
Die Entwicklung der Finanzprüfung in Saudi-Arabien (Aktualisierung 2026)
Traditionell verlangte Saudi-Arabien umfangreiche Unterlagen in Papierform. Im Jahr 2026 vollzieht sich ein Wandel hin zur digitalen Bonitätsprüfung. Während das E-Visum-Portal die Einreise für viele Nationalitäten vereinfacht hat, verlangt das „Commercial Visit Visa” (Geschäftsvisum) nach wie vor strenge finanzielle Nachweise für Antragsteller aus nicht ausgenommenen Regionen.
Wichtige Änderung 2026: Das Außenministerium hat eine KI-gestützte Querverweisprüfung integriert. Das System vergleicht nun den Berufstitel des Antragstellers mit dem Sektor des einladenden Unternehmens und den auf dem Kontoauszug ausgewiesenen Geldmitteln. Ein „Senior Consultant” mit einem niedrigen Kontostand gilt nun als hohes Risiko und führt zur Ablehnung des Antrags.
Kernanforderungen an Bankauszüge für saudische Geschäftsvisa
Wenn Ihre Mitarbeiter ein Visum für geschäftliche Besuche oder ein Business-eVisum beantragen, gelten im Jahr 2026 die folgenden Anforderungen für Kontoauszüge, die nicht verhandelbar sind:
1. Die 3- bis 6-Monats-Regel
- Standard-Geschäftsvisum: Die meisten Konsulate verlangen mittlerweile einen Original-Kontoauszug der letzten sechs Monate.
- Business eVisa/Kurzaufenthalt: Je nach Gerichtsbarkeit kann ein Kontoauszug der letzten drei Monate ausreichend sein.
- Anforderung: Der Kontoauszug muss eine konsistente Aktivität aufweisen. „Pauschale“ Einzahlungen, die nur wenige Tage vor der Antragstellung getätigt wurden, werden oft als „geliehene Gelder“ angesehen und können zu einer sofortigen Ablehnung führen.
2. Das Original und das gestempelte Mandat
Trotz der Digitalisierung verlangen die meisten VFS Tasheer-Zentren und saudischen Botschaften Folgendes:
- Bankstempel: Jede Seite muss den Originalstempel der ausstellenden Bank tragen.
- Digitale Downloads: Wenn Sie ein PDF aus dem Online-Banking verwenden, muss es dennoch zu einer Filiale vor Ort gebracht werden, um einen offiziellen Stempel und eine Unterschrift zu erhalten.
3. Mindestguthaben auf dem Bankkonto für ein Geschäftsvisum für Saudi-Arabien
Das Ministerium veröffentlicht zwar keinen „festen“ Mindestwert, doch laut Branchenbenchmarks für eine erfolgreiche B2B-Bewerbung im Jahr 2026 wird Folgendes empfohlen:
- Kurzfristig (einmalige Einreise): Ein Endguthaben von mindestens 5.000 $ (18.750 SAR) oder einem entsprechenden Gegenwert.
- Langfristig (mehrfache Einreise): Ein Endguthaben von mindestens 10.000 $ (37.500 SAR).
- Für Führungskräfte: Höhere Beträge werden erwartet, um der in der Einladung der Handelskammer angegebenen Position zu entsprechen.
Vergleich: Finanznachweis nach Visa-Kategorie
Neu für 2026: Das Visa-by-Profile-System
In einem wegweisenden Schritt für 2026 hat Saudi-Arabien die Initiative „Visa by Profile” ins Leben gerufen. Für Inhaber von Premium-Kreditkarten (Visa Infinite, Mastercard World Elite) kann das System manchmal das manuelle Hochladen von Kontoauszügen umgehen, indem es über das Zahlungsgateway eine Echtzeit-Bonitätsprüfung durchführt.
HR-Tipp: Ermutigen Sie Ihre häufig reisenden Führungskräfte, ein „Premium”-Bankprofil zu führen. Dadurch kann der Dokumentenaufwand für saudische E-Visum-Anträge um bis zu 40 % reduziert werden.
Häufige Fehlerquellen: Warum Kontoauszüge abgelehnt werden
Unsere Experten für globale Mobilität sehen häufig, dass Anträge aufgrund dieser drei Fehler ins Stocken geraten:
- Währungsinkongruenz: Wenn die Abrechnung in einer volatilen oder unbekannten Währung erfolgt, legen Sie eine Umrechnungsübersicht vor oder stellen Sie sicher, dass der Saldo deutlich über dem Mindestbetrag liegt.
- Inkonsistente Gehaltsüberweisungen: Wenn im Arbeitsvertrag ein Gehalt von 8.000 Dollar angegeben ist, der Kontoauszug jedoch Überweisungen in Höhe von 2.000 Dollar ausweist, wird das Visum aufgrund ungenauer Angaben abgelehnt.
- Fehlende Gehaltsangabe: Stellen Sie sicher, dass monatliche Einzahlungen eindeutig als „Gehalt” oder „Lohn” gekennzeichnet sind. Die Überprüfungsinstrumente des MOFA für 2026 suchen speziell nach konsistenten Einkommensströmen.
Checkliste für HR- und Global-Mobility-Teams
Bevor Sie die Bewerbung Ihres Mitarbeiters einreichen, überprüfen Sie bitte Folgendes:
- Gültigkeit: Wurde die Erklärung innerhalb der letzten 7–10 Tage ausgestellt? (Alte Erklärungen sind der Hauptgrund für Verzögerungen).
- Lesbarkeit: Sind der Name des Kontoinhabers und das Logo der Bank deutlich sichtbar?
- Übersetzung: Liegt für Aussagen in anderen Sprachen als Englisch/Arabisch eine beglaubigte Übersetzung bei?
- Übereinstimmung der Einladung: Stimmt der Name des Kontoinhabers genau mit dem Namen auf dem Einladungsschreiben der saudischen Handelskammer überein?





