Wichtigste Erkenntnisse:
Als Personalverantwortlicher, der internationale Fachkräfte betreut, ist es unerlässlich, sich über die deutsche Einwanderungspolitik auf dem Laufenden zu halten, um Ihre Mitarbeiter effektiv zu unterstützen. Durch wesentliche Änderungen wurde das Antragsverfahren für verschiedene deutsche Arbeitsgenehmigungen, darunter die Blaue Karte EU und andere Aufenthaltsgenehmigungen , digitalisiert. Das Berliner Landesamt für Einwanderung (LEA) hat für mehrere Arten die obligatorische Online-Einreichung vorgeschrieben, wobei die Ausweitung bis 2026 fortgesetzt wird (z. B. Genehmigungen für Selbstständige/Freiberufler ab März 2026). Dies steht im Einklang mit umfassenderen Maßnahmen auf Bundesebene, darunter das Konsularportal für Erstvisa.
Dieser Leitfaden enthält wichtige Informationen zu Anspruchsvoraussetzungen, Ablauf, Anforderungen, erforderlichen Unterlagen, Antragsstellen, aktualisierten Gehaltsgrenzen, Bearbeitungszeiten und Gebühren, damit Ihre Mitarbeiter sich im aktuellen System problemlos zurechtfinden.
Was hat sich geändert?
Die Umstellung auf die verpflichtende Online-Einreichung in Berlin gilt weiterhin für:
- Fachkraft (Fachkraft mit akademischer oder Berufsausbildung)
- Beschäftigung bestimmter Staatsangehöriger
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Beschäftigung zum Zweck der Forschung)
- Erlaubnis zur Arbeitsuche (Arbeitsplatzsuche im Anschluss an eine Ausbildung oder ein Studium in Deutschland)
- Arbeitsurlaub / Jugendmobilität
- Au Pair
- Freiwilligendienst
Auch die Beantragung regulärer Arbeitserlaubnisse ist in Berlin nun online möglich. Bundesweit wurden die Online-Möglichkeiten über das Konsularportal des Auswärtigen Amtes (seit 2025) für viele Einreisevisa erweitert, wodurch sich die Zahl der Besuche in den Botschaften verringert hat. In Berlin wurden zusätzliche Online-Formulare für humanitäre Verlängerungen (August 2025) und Aufenthaltsgenehmigungen für Selbstständige/Freiberufler (März 2026) eingeführt. Informationen zur aktuellen schrittweisen Einführung finden Sie auf dem offiziellen Serviceportal Berlin.de oder in den Ankündigungen der LEA.
Warum dies für HR wichtig ist
DieseÄnderungen haben zu einer Digitalisierung und Beschleunigung der Prozesse geführt, wodurch Papierkram und Verzögerungen reduziert wurden. Als Personalabteilung sorgt die Begleitung von Nicht-EU-Fachkräften bei der Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis für Compliance, eine schnellere Einarbeitung und Produktivität in Deutschland.
Berechtigung zur Beantragung einer Arbeitserlaubnis (Aktualisierung 2026)
Die Kernkriterienbleiben bestehen, aber die Gehaltsgrenzen werden zum 1. Januar 2026 aktualisiert:
- EU Blue Card (Blaue Karte EU): For highly skilled non-EU nationals with a recognized academic degree (or equivalent) and job offer. Minimum gross annual salary: €50,700 (general); €45,934.20 for shortage occupations (e.g., IT, engineering, medicine) or new entrants (degree <3 years old). Federal Employment Agency approval often required.
- Fachkraft: Anerkannte Berufsausbildung oder Hochschulabschluss, der mit einer qualifizierten Beschäftigung im Einklang steht (nach den Reformen von 2023 ist keine strikte Übereinstimmung der beruflichen Qualifikationen erforderlich).
- Forscher: Forschungsvertrag einer anerkannten deutschen Einrichtung.
- Arbeitssuchende / Opportunity Card: Erweiterte Optionen über die Opportunity Card 2024 (bis zu 1 Jahr Arbeitssuche).
Ausführliche Kriterien finden Sie auf dem Portal „Make it in Germany“.
Bewerbungsprozess: Schritt für Schritt für die Personalabteilung (2026)
- Dokumente vorbereiten: Sammeln Sie alle erforderlichen Dokumente in digitaler Form (PDF, JPG, JPEG, PNG; beachten Sie die Größenbeschränkungen, oft insgesamt ~50 MB).
- Zugang zum Portal: Für Berlin verwenden Sie bitte das Online-Formular LEA/ServicePortal Berlin. Außerhalb Berlins informieren Sie sich bitte auf der Website der örtlichen Ausländerbehörde; viele unterstützen Online-Einreichungen oder -Uploads. Erstaufenthaltsvisa werden häufig über das Konsularische Portal (digital.diplo.de) beantragt.
- Formular ausfüllen: Online ausfüllen, Dokumente hochladen.
- Bezahlen Sie die Gebühr: Online per Karte (Visa, Mastercard; in einigen Fällen auch PayPal). Keine Barzahlung oder Girocard für Online-Zahlungen.
- Einreichen und verfolgen: Erhalten Sie eine Bestätigung per PDF (verlängert die Gültigkeit der aktuellen Genehmigung während der Bearbeitung). Verfolgen Sie den Status über das Portal.
- Termin wahrnehmen: Die LEA/Behörde legt den Termin für die biometrische Erfassung (Fingerabdrücke/Foto) erst Wochen oder Monate später fest. In einigen Regionen erfolgt die Terminvergabe erst nach Einreichung des Antrags; Berlin hat das öffentliche Buchungsportal Anfang 2026 abgeschafft, um Probleme zu vermeiden, da Termine oft erst nach der Online-Einreichung vergeben wurden.
Anforderungen und erforderliche Unterlagen
Bereiten Sie diese vor (Scans/Originale zur Überprüfung):
- Gültiger Reisepass (Farbscan)
- Aktueller Nachweis des legalen Aufenthalts (Visum/Aufenthaltsgenehmigung)
- Arbeitsvertrag/Stellenangebot (unterzeichnet, mit Angaben zu Gehalt/Aufgabenbereich)
- Einreisestempel (Erstanträge)
- Qualifikationen (Abschluss/Berufszeugnis, anerkannt durch Anabin/ZAB)
- Krankenversicherungsnachweis (deutschlandkonform)
- Arbeitgebererklärung („Erklärung zum Beschäftigungsverhältnis“)
- Wohnsitznachweis (Anmeldebescheinigung)
- Mietvertrag + Zahlungsnachweise
- Für Verlängerungen: Gehaltsabrechnungen, Arbeitgeberbestätigung
- Regulierte Berufe: Berufsausübungserlaubnis
Wo Sie sich bewerben können und Details zur Ernennung
- Berlin: LEA-Onlineportal (ServicePortal Berlin).
- Andere Regionen: Lokale Ausländerbehörde (z. B. KVR München); prüfen Sie, ob Online-Optionen verfügbar sind.
- Erstvisa: Oft Konsularisches Dienstleistungsportal oder deutsche Auslandsvertretung.
Termine: Zunächst Online-Anmeldung; biometrische Daten werden später erfasst (Terminvereinbarung durch die Behörde). In stark frequentierten Gebieten wie Berlin ist mit Wartezeiten zu rechnen – planen Sie daher frühzeitig.
Bearbeitungszeit und Gebühren (2026)
- Beantragen Sie frühzeitig: 8 Wochen vor Ablauf.
- Bearbeitungsdauer: 1–3 Monate (bis zu 90 Tage für die EU-Blue Card gemäß EU-Vorschriften); variiert je nach Vollständigkeit/Arbeitsaufwand. Digitale Verfahren sind oft schneller.
- Gebühren:
- EU-Blue Card: ~100 € (Erstausstellung).
- Sonstige Genehmigungen: 75–100 €.
- Verlängerungen: ~93–96 €.
- Online bezahlt.
HR-Tipp: Frühzeitige Anträge überbrücken Ablauf-Lücken; beobachten Sie die Erweiterungen für 2026, wie z. B. die Einführung der Work and Stay Agency.
Warum der Wechsel zum Online-Modell? Vorteile für Ihre Mitarbeiter
Online-Anträge minimieren Fehler, liefern sofort einen PDF-Nachweis für den rechtmäßigen Aufenthalt und unterstützen Deutschlands Ziele im Bereich der digitalen Effizienz, wovon Fachkräfte und Arbeitgeber gleichermaßen profitieren.
Nächste Schritte für HR
- Prüfung der Aufenthaltsgenehmigungen: Überprüfen Sie proaktiv die Art der Aufenthaltsgenehmigungen und deren Ablaufdaten aller Mitarbeiter aus Nicht-EU-Ländern.
- Wichtige Ressourcen: Setzen Sie ein Lesezeichen für „Make it in Germany“, „Berlin.de/LEA“ und „digital.diplo.de“, um die neuesten offiziellen Leitlinien zu erhalten.
- Biometrische Terminplanung: Planen Sie biometrische Termine im Voraus, insbesondere in Regionen mit hoher Nachfrage, wo die Wartezeiten mehrere Wochen betragen können.
- Digitale Neuigkeiten: Verfolgen Sie die fortschreitende digitale Zentralisierung in Deutschland, einschließlich der geplanten „Work and Stay Agency“.
- Einhaltung der Gehaltsvorgaben: Stellen Sie sicher, dass Mitarbeiter aus Nicht-EU-Ländern die aktuellen Gehaltsgrenzen für die EU-Blue-Card erfüllen (Stand: Januar 2026), um Ablehnungen oder Verzögerungen bei der Erteilung der Aufenthaltsgenehmigung zu vermeiden.
- Frühzeitige Anträge: Reichen Sie Anträge auf Verlängerung von Genehmigungen mindestens 8 Wochen vor Ablauf ein, um Lücken in der Gültigkeitsdauer zu überbrücken und Unterbrechungen der Arbeitserlaubnis zu vermeiden.
- Überprüfen Sie die Arten/Gültigkeitsdaten der Genehmigungen der Mitarbeiter.
- Lesezeichen „Make it in Germany“, Berlin.de/LEA und digital.diplo.de.
- Bereiten Sie sich auf Biometrie in stark frequentierten Regionen vor.
- Seien Sie wachsam gegenüber einer weiteren digitalen Zentralisierung (z. B. Work and Stay Agency).



